«Das ist das, was mein Herz berührt und womit meine Hände am liebsten arbeiten.»
Ebikon, 19. August 2026 – Nach zahlreichen Weiterbildungen in der Fussreflexzonentherapie begegnete Aglaja dem Ayurveda. Die Arbeit mit Öl begeisterte sie so sehr, dass sie ihr Wissen Schritt für Schritt vertiefte. Aus einzelnen Weiterbildungen wurde schliesslich eine umfassende Ausbildung.

An der Heilpraktikerschule Luzern absolvierte Aglaja die Fachausbildung zur Ayurveda Ernährung & Massage Therapeutin und führt in Wolfhausen Zürich ihre eigene Praxis. Bild: zVg
Auf deiner Webseite begegnet man der Rubrik «Insider». Ich habe drei Begriffe daraus ausgewählt. Erzähl uns doch, was dahintersteckt. Beginnen wir mit: Geige.
Mit dem zarten Alter von drei Jahren hielt ich meine erste 16tel-Geige in den Händen. Mit der Suzuki-Methode und später konventionellem Geigenunterricht lernte ich spielen, war aber weder ambitioniert, fleissig noch talentiert. Heute spiele ich mit viel Freude in zwei Laienorchestern mit, der MusicaSerena Wetzikon und dem Altstadtorchester Zürich. Die Musik ist eine Sprache des Herzens.
Herzensmami
Ich bin Mutter von zwei wunderbaren Töchtern. Dass ich Mami geworden bin, ist für mich meine Herzensberufung.
Und dann: Kardamom Kaffee.
Ja, in jeden Kaffee kommt bei mir ein bisschen Kardamom – wegen der Säure und wegen des Geschmacks. Ich finde, das macht ihn einfach aromatisch und sinnlich. Ich liebe es.
Du bist diplomierte Pflegefachfrau HF. Was hat dich an diesem Beruf so begeistert?
Bereits im Kindergarten wusste ich, dass ich Krankenschwester werden möchte. Ich pflege, hege und umsorge einfach gerne. Es liegt mir am Herzen, Menschen zu einem besseren Befinden zu verhelfen. Ich hatte nie einen Plan B, diese Berufswahl war für mich einfach total klar und ich kann mich auch heute noch voll damit identifizieren.
Hast du immer als Krankenschwester gearbeitet?
Mal in einem Spital, mal in einem Pflegeheim, mal bei einem Kinderarzt – immer etwas angepasst an meine Lebenssituation. Aber ja, immer in diesem Beruf.
Heute auch noch?
Ja, seit 20 Jahren in der Spitex.
Und wie bist du dann zum Ayurveda gekommen?
Bevor wir Kinder hatten, machte ich die Ausbildung in Fussreflexzonentherapie und absolvierte auf diesem Gebiet diverse Weiterbildungen. Damals war dies eine Vorschrift der Krankenkassen. Irgendwann wurde das geöffnet und man konnte auch andere Weiterbildungen besuchen. Ich blieb aber den Füssen treu. In einem Wellnesshotel in Österreich lernte ich Padabhyanga kennen. Ich habe das gegoogelt und gesehen: Das ist eine ayurvedische Fussmassage. Also machte ich diese Weiterbildung und verliebte mich in die Arbeit mit dem Öl. Jahrelang arbeitete ich am trockenen Fuss und in genau vordefinierten Zonen. Die Verwendung von Öl und die grossflächigen Griffe bis über das Knie – das war eine immense Horizonterweiterung und einfach ein fantastisches Erlebnis.
Wie gings dann weiter?
Die Weiterbildung Padabhyanga besuchte ich an der Europäischen Akademie für Ayurveda in Männedorf, eurer heutigen Partnerschule. Daraufhin wurde ich den Füssen ein bisschen untreu und nahm das Gesicht und den Kopf in meine Hände. Mukabhyanga, was für eine feine, sinnliche Behandlung. Am liebsten hätte ich gleich die Gesamtausbildung gemacht, das war aber mit zwei kleinen Kindern zu teuer.
Verständlich.
Genau, dafür machte ich anschliessend viele Ausbildungen, Weiterbildungen, Fortbildungen ….selbstverständlich insgesamt viel kostspieliger, aber das realisierte ich nicht wirklich. Vor ein paar Jahren machte ich eine Bilanz und fragte mich: Was will ich? Die Antwort war Ayurveda. Das ist das, was mein Herz berührt und womit meine Hände am liebsten arbeiten.
Und wie bist du auf die Heilpraktikerschule Luzern gekommen?
Da ich meine Weiterbildungen bereits bei den Rosenbergs besucht hatte, war für mich klar, dass ich auch die Ausbildung bei ihnen machen möchte – an ihrem jetzigen Standort in der Schweiz, der Heilpraktikerschule Luzern.
War für dich sofort klar, welche Ausbildung du bei uns machen möchtest?
Nein, natürlich nicht, das Vata in mir liess mich den einen oder anderen Schlenker machen. Angemeldet habe ich mich für die Ausbildung zur Ayurveda Ernährungs- und Massagetherapeutin. Dann wechselte ich die Spur zur Komplementärtherapeutin. Diese Ausbildung brach ich relativ kurz vor Schluss ab, reiste dafür nach Birstein in die Küche und bin jetzt mit dem, was ich bin und habe, absolut glücklich.
Wäre ich jünger, würde ich die Ausbildung zur Ayurveda Medizinerin machen wollen. Aber ich kann ja nicht nur über die Lebensphasen predigen und so tun, als wäre ich mit 60 noch in der Pittazeit.
Seit wann hast du eine eigene Praxis?
Seit 1993 – zuerst hatte ich nur Fussreflexzonentherapie im Angebot. Dann kam klassische Massage, Sumathu, APM und LomiLomi dazu. Zeitweise hatte ich zwei Standorte: eine eigene Praxis und ein Raum in einem Fitnesscenter.
Du bist also mit deiner Praxis einige Male umgezogen?
Genau, bis ich die Praxis nach dem Auszug meiner Kinder nach Hause verlegte.
Warst du mit dieser Lösung zufrieden?
Nein. Mit der Zeit merkte ich, dass sich Wohnen und Arbeiten zu sehr vermischten. Die KlientInnen kamen durch die Haustüre, und mein Wohnzimmer wurde zum Warteraum. Vor zwei Jahren wurde mir bewusst: Ich wohne hier eigentlich gar nicht mehr. Da wusste ich, dass es so nicht mehr weitergehen konnte.
Und dann?
Habe ich eine neue Lösung geschaffen. Die KlientInnen kommen über den gedeckten Sitzplatz direkt ins Praxiszimmer. Dort draussen gibt es Tee, ein Outdoorsofa, Decken, Kerzen und Musik – eine ideale Stimmung, um in Ruhe anzukommen und/oder nach der Behandlung das Zeitfenster ausklingen zu lassen.
Was bietest du in deiner Praxis an?
Mein Konzept ist, dass man Zeit bucht. Was ich während dieser Zeit genau mache, bespreche ich gemeinsam mit meinen KlientInnen. Aber die Füsse sind eigentlich immer dabei – am Anfang mit einem Arvenöl-Fussbad und am Schluss mit warmen Socken.
Wer sind deine KlientInnen?
Viele kommen schon seit Jahren zu mir, um sich im Alltag eine Auszeit zu gönnen. Ich bin aber auch offen für neue Klientinnen und Klienten – besonders seit Abschluss meiner Ausbildung. Also für Menschen, die ein konkretes Thema haben und meine Begleitung brauchen.
Hast du hierfür auch buchbare Pakete?
Ja. Es gibt für jeden Konstitutions-Typ ein Paket. Dieses beinhaltet fünf Termine à 90 Minuten. Wir schauen gemeinsam, wo die Person steht und was sie braucht. Je nachdem gehören unterschiedliche Massagen, Ernährungsberatung oder andere ayurvedische Anwendungen dazu. Und egal, was jemand braucht – Kräuterstempel, Svedana-Box oder Pulvermassage – alles ist im Paket inbegriffen und kostet nicht extra. - und am Schluss gibt es ein kleines Gschänkli.
Du bietest auch Kochen unter dem Namen Tavolaveda an. Was kann ich mir darunter vorstellen?
Es ist nicht ein konventioneller Kochkurs, weil es nicht ums Kochenlernen geht. Zuerst gibt es eine PowerPoint-Präsentation über Ayurveda. Danach gehen wir gemeinsam das vorbereitete Mise en Place durch. Ich erkläre, was wir kochen und wie man mit dem Auswechseln der Gemüsesorten, der Verwendung von diversen Gewürzen oder den Zubereitungsarten die Gerichte an die Doshas anpassen kann. Dann wird in Zweiergruppen gekocht und anschliessend gibt es eine Tavolata. Dabei kann ich auch erklären, wer aus ayurvedischer Sicht mit dem Dessert anfangen sollte – und wer eher nicht.
Und wie bist du auf den Namen Tavolaveda gekommen?
«Tavola» steht für den Tisch und alles, was rund um den Tisch passiert – nicht nur das Essen, sondern auch das Kochen, die Gespräche und das gemeinsame Zusammensitzen. «Veda» steht für die Wissenschaft. Also für das Wissen rund um alles, was am Ende auf dem Tisch landet. Inspiriert vom Begriff «Tavolata» ist daraus der Name «Tavolaveda» entstanden.
Für wen ist dieser Koch-Event gedacht?
Für alle, die Ayurveda unkompliziert in ihren Alltag integrieren möchten. Ich sage bewusst Ayurveda 2.0, weil Ayurveda für mich nichts mit indischem Essen zu tun hat und auch nicht alles nach Curry schmecken muss. Ayurveda ist die Wissenschaft vom Leben und die kennt keine geografischen Grenzen. Darum koche ich regional, saisonal und pflanzenbasiert. Ich sage immer: Ayurveda bedeutet eigentlich «bekömmlich». Der Koch-Event ist für Menschen, die genau diese Brücke zwischen der ayurvedischen Lebens-, Koch- und Essphilosophie und unserem Alltag schlagen möchten.
Und wenn du jetzt deinen bisherigen Weg in einem Satz zusammenfassen müsstest, welcher wäre das?
Mit vielen Umwegen ans Ziel. Nicht mit dem Schnellzug, sondern eher mit einem Bummler, der unterwegs ganz viele wertvolle Dinge aufgelesen hat.
Zum Abschluss: Deine kleinen Ayurveda-Tipps mit grosser Wirkung?
Das Einfachste, was ich allen mitgeben kann, ist: Trinkt morgens nüchtern ein grosses Glas Wasser. Je nach Konstitution sollte es heiss, warm oder temperiert sein. Das Zweite ist: möglichst warme, gekochte, frische Mahlzeiten essen. Und das Dritte: Bringe Regelmässigkeit in dein Leben – und ich in meines…..
Danke, Aglaja
Sehr gern.

Aglaja Gehri
Absolvierte an der Heilpraktikerschule Luzern die Ausbildung zur Dipl. Ayurveda Ernährung & Massage Therapeutin.
Sie führt eine eigene Praxis in Wolfhausen Zürich.





