In die TEN-Denkweise eintauchen

Ebikon, 18. Juni 2026 — Unsere TEN-DozentInnen Sarah Föhn und Paul Hänni sind MitautorInnen des neuen Phyto-TEN-Buches. Wir haben Fragen, Sarah antwortet – und lädt alle ein zur Vernissage. Und: Da soll man gute Schuhe mitnehmen.

Person hält Buch mit Titel 'Rezepte und Rezeptierschule für die humoralmedizinische Pflanzenheilkunde der TEM/TEN' vor grünem Garten mit Brunnen. Foto: Heilpraktikerschule Luzern

Rezepte und REZEPTIERSCHULE für die humoralmedizinische Pflanzenheilkunde der TEM/TEN: Ein Lehr- und Vorlagenbuch mit exemplarischen Beispielen, Instrumentarien und Anleitung, von Jens Bomholt, Sarah Föhn, Louis Hutter, Rolf Backenecker und Paul Hänni — wir gratulieren den AutorInnen, und wir sind schon am Lesen. Foto: Heilpraktikerschule Luzern

Sarah Föhn, euer TEN-Buch hat bald Vernissage. Erzähl, wovon handelt das Buch?

In dem Buch geht es um Phytotherapie in der TEN, also in der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde. Klar, es gibt bereits einige TEN Bücher zu Phyto. Hier haben wir aber erstmals Beschreibungen mit Puls, Zunge, Augen zu je einem häufigen «Muster/ Krankheitsbild», zum Beispiel trockener Husten. Dazu gibt’s auch ein Rezept und Hinweise zum therapeutischen Gedanken: Also, was will ich bei diesem trockenen Husten erreichen? Wie? Das Was und Wie ist humoralmedizinisch wie auch modern übersetzt. Das macht das Buch für StudentInnen wie auch bereits für Praktizierende interessant.

Ist das Buch auch zum Beispiel für mich, der ich ja keine Ahnung habe von diesem Thema?

Es ist sicher ein Buch für Leute in der Ausbildung in westlichen Heilpflanzen und für erfahrenere HeilpraktikerInnen. Aber warum auch nicht für Leute, die an komplementärmedizinischen Heilmethoden interessiert sind? Du, Martin, als Laie, kannst die Rezepturen wahrscheinlich nicht modifizieren. Trotzdem kann es für dich interessant sein, in die Denkweise von den vier Elementen einzutauchen? So à la Hildegard von Bingen einfach in die heutige Welt adaptiert.

Wo ist es erhältlich?

Das Buch findest du bei allen grossen Online-Buchhandlungen, Orell Füssli, Ex Libris, Buchhaus und so weiter.

An der Vernissage, die ist am 27. Juni in St. Gallen, ab 9 Uhr, geht es nicht nur um das Buch, man soll auch gute Schuhe mitnehmen. Warum?

Die Idee ist, dass wir zwar das Buch vorstellen, aber dass wir Theorie und Praxis grad verbinden. Ein kleiner Spaziergang, das wird schön und spannend. Der Kurstag setzt sich in erster Linie mit Giftpflanzen und Pflanzengiften auseinander. Und anschliessend endet dieser Pflanzentag im Botanischen Garten, wo einfach der Rahmen uns so passend schien, um das Buch vorzustellen.

Eine persönliche Frage: Du bist ja TEN- und TCM-Therapeutin. Wenn du jetzt im Wald oder Garten eine Pflanze siehst, hast du da eher die TCM- oder die TEN-Wirkungen vor Auge?

Ehrlich gesagt, schon eher TCM. Das TEN-Denken, das ich inzwischen habe, und auch das Verständnis dafür kamen später. Damals war das TEN- bzw. das humoralmedizinische Denken mit den TEN-Kräutern, TEN-Massage, TEN-Ernährung nicht so miteinander verknüpft wie heute. Damals gab es das humoralmedizinische Denken, dann ein paar Pflanzen humoralmedizinisch eingeteilt. Aber wie genau man jetzt wo was und wie anwendet, wurde damals noch nicht so gelehrt wie heute und eben auch nicht miteinander verknüpft. Hingegen in der TCM ist das ja schon lange sehr gut verwoben.

Das ist aber schon spannend.

Ja, denn was ich durch diese beiden Ausbildungen immer wieder sehe, sind die vielen Parallelen von West und Ost. Die Einteilung der Pflanzen ist oft auch sehr ähnlich, wenn man die beiden «Sprachen» versteht. Und das finde ich das Schöne und auch Beruhigende, dass verschiedene Ecken zu einem ähnlichen Schluss kommen.

Hast du ein Beispiel?

Ja, Melissa officinalis: In der TCM wird sie als warm beschrieben, sie beruhigt den Geist und bringt das Qi in Bewegung, zum Beispiel im Bezug auf Herz und Magen. Dasselbe in der TEN. Dort wird sie ebenfalls als warm / wärmend bezeichnet. Manchmal wird sie auch als mehr trocknend oder zusätzlich als befeuchtend beschrieben. Die TEN setzt die Melisse ebenfalls ein, um Nerven und Geist zu beruhigen. Durch die Wärme kommt Bewegung in gestockte Blutzirkulation, das ist der Herz-Aspekt, und die Verdauung in Schwung, das ist der Magen-Aspekt.

Danke, Sarah.

Gern, Martin.

Buch mit Titel 'Rezepte und Rezeptierschule für die humoralmedizinische Pflanzenheilkunde der TEM/TEN'

Das Buch, die Vernissage

Rezepte und REZEPTIERSCHULE für die humoralmedizinische Pflanzenheilkunde der TEM/TEN, erhältlich in jeder schön und gut sortierten Online- und Live-Buchhandlung; ISBN Soft Cover mit Spiralbindung: 978-3-384-83682-3; ISBN Hard Cover: 978-3-384-83683-0

Die Einladung zur Vernissage laden Sie hier herunter (pdf)

Portraitfoto von Sarah Föhn, TEN- und TCM-Therapeutin und -Dozentin der Heilpraktikerschule Luzern; Bild: zVg.

Sarah Föhn

Sarah Föhn ist Drogistin EFZ, dipl. Heilpraktikerin der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde TEN, dipl. Phytotherapeutin West-TCM HPS, Dozentin und Fachmitarbeiterin TEN der Heilpraktikerschule Luzern, eigene Praxis: www.sanguimed.ch 

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