Lernerfolg! – So wirst du eine gute StudentIn

Ebikon, 5. Mai 2026 — Es gibt so viel zu lernen. Wie kriegst du das alles in den Kopf? In die Hände? Nun, es gibt traditionelles Lernen. Und sehr modernes. Nina Kocher, unsere Leiterin Agogik, weiss Rat – und Tat.

Reisfelder in Terrassenform mit mehreren kleinen Hütten in hügeliger Landschaft. Bild: Pixabay

Lernen, ein Symbolbild. Bild: Pixabay

Nina Kocher, dumme Frage: Wie wichtig ist der Unterricht? Es gibt ja Unterlagen?

Also, ja, Unterricht ist wichtig. Präsenz ist die halbe Miete, ob online oder vor Ort.

Inwiefern?

Unterricht verknüpft die Informationen aus den Unterlagen mit der Praxis. Er ist formbar, anpassbar und kann schnell reagieren. Du kannst Fragen stellen. Du profitierst sogar von den Fragen, die die anderen stellen. Die Unterlagen dienen nach dem Kurs auch als Nachschlagewerk.

Apropos Nachschlagewerk: Wie wichtig ist es da, dass ich mir Notizen mache?

Für mich persönlich sind sie sehr wichtig. Ich kann dann auch nach dem Unterricht nochmals den Unterricht nachbereiten und etwas in meinen eigenen Worten nachlesen. Notizen sind meine erste Vertiefung der Materie. Für andere sind Notizen vielleicht weniger wichtig. Ich empfehle sie aber allen.

Soll ich die Notizen von Hand schreiben oder in den Computer tippen?

So, wie es für dich besser passt und du schneller bist und es lesbar bleibt. Es kann sein, dass man sich Inhalte besser merkt, wenn man von Hand mitschreibt, als wenn man stur in die Tastatur tippt, was gerade unterrichtet wird.

Ah, spannend! Das lohnt sich also, beide Wege mal auszuprobieren.

Ja, da merkst du, was dir mehr hilft. Übrigens gibt es einen dritten Weg, einen digitalen.

Ach ja? Und wie geht dieser digitale Weg?

Die Unterlagen erhältst du ja per PDF, also digital. Und so kannst du direkt per Computer in diesen PDFs markieren und in sie hineinschreiben. Oder du hast ein Tablet mit Stift und schreibst und notierst handschriftlich direkt ins PDF. Du hast also deine Notizen sofort digital und gleichzeitig handschriftlich.

Was, wenn ich Fragen habe, die sich mir erst nach dem Unterricht stellen, z.B. beim Lernen?

Auch hier gibt es einen PDF-Trick: Du lädst deine Notizen und die Unterlagen per PDF ins NotebookLM oder ein anderes Lern-Tool. Und dann stellst du diese Frage diesem Lern-Tool. Oder ganz traditionelle: Bringe deine Frage zum nächsten Unterrichtstag mit. Falls der Kurs schon vorbei ist, schreib deiner DozentIn bzw. der RessortleiterIn.

Was ist der Vorteil, wenn ich die PDFs in ein Lern-Tool wie NotebookLM hochlade?

Du kannst dann das Lern-Tool fragen. Und du kannst noch viel mehr damit tun, es ist wirklich zum Staunen: Du kannst dir von dem Lern-Tool Quizzes machen lassen, Lernkarten, Prüfungen. Sogar Podcasts, sodass du beim Joggen, Bahn- oder Autofahren sogar noch lernen kannst. Alles allein aus deinen Unterlagen. Das ist wirklich revolutionär.

Danke, spannend! Das heisst, ich lerne beim Einkauf, beim Bügeln.

Ja, du brauchst kein Sitzleder zum Lernen. Du integrierst es in deinen normalen Alltag. Hein (der Schulleiter) hat einen Clip gedreht, wie du das machen kannst. Ich suche dir den Link raus.

Das alles betrifft ja vor allem die Theorie-Inhalte. Wie übe ich aber z.B. Massage- oder Shiatsu-Abläufe?

Ganz nach dem Motto von Ulrike, der Schulgründerin: «Es tun.»

Einfach machen?

Ja, trau dich, leg los. Schnapp dir alle, die in deiner Nähe sind, Familienmitglieder, FreundInnen, Bekannte. Gönne ihnen eine kleine Auszeit und übe dabei fleissig. Und animiere deine Test-Personen, dass sie dir Feedback geben. Dabei lernst du sehr viel. Ausserdem Übe-Gruppen.

Übe-Gruppen?

Ja, tu dich zu einer Übe- bzw. Lerngruppe zusammen, zu dritt, zu viert. Das hilft immer. Zum Üben kannst du einen Raum bei uns nutzen, du musst ihn nur vorher reservieren, damit er sicher frei ist. Da könnt ihr dann als Gruppe rein und üben. Nehmt vielleicht ab und zu eine Person von aussen mit, eine Bekannte oder ein Familienmitglied. So als Übe-Person.

Die wird sehr entspannt sein, wenn sie von zwei, drei, vier StudentInnen durchmassiert wurde.

Ja, und sie kann auch vergleichen und entsprechend Feedback geben.

Jetzt was wirklich, wirklich Nerviges: Mich hinsetzen und mir Dinge in den Kopf prügeln liegt mir nun wirklich nicht. Was kann ich da tun?

Es anders angehen. Wie gesagt, mach einen Podcast aus dem Lernstoff und geh spazieren. Am besten testet du verschiedene Lernwege, mit Kärtchen, also ganz Old School, oder eben mit den Onlinetools. Oder durch Anwenden. Erklären ist auch super: Erklär die Thematik deinen Eltern oder Kindern, dann merkst du, ob du es verstanden hast. Und wenn du keinen passenden Weg für dich findest, dann komm zu uns. Und wieder …

… Lerngruppen?

Exakt. Gemeinsam lösen sich ganz viele Probleme viel einfacher, da es verschiedene Herangehensweisen gibt, die ihr so immer wieder beleuchtet. Und gerade wenn man das Lernen vor sich her schiebt, kommt man mit einer Lerngruppe in einen tollen Rhythmus. Auch weil es da Abmachungen gibt, wann die Lerngruppe stattfindet. Du hast einen Termin.

Ja, da wollte ich grad fragen, also wegen dem Vor-sich-herschieben, dem Prokrastinieren. Also Lerngruppen, das leuchtet ein. Hast du sonst noch eine Empfehlung?

Lernzeiten fix im Kalender eintragen. Das Umfeld mit einbeziehen und ansagen: «Ich lerne am Dienstagvormittag Massage» zum Beispiel, so hat man auch von aussen den Anreiz, es wirklich zu tun. Schreibe dir kleinschrittige Lernziele auf und überlege dir auch, was dich weiter noch vom Lernen abhält. Teile dir die Themen in Zeitfenster ein, mache dir einen Lernplan. Und schreibe vielleicht ein Lernjournal.

Was ist ein Lernjournal?

Das Lernjournal ist ein Dokument, das dir deine persönliche Lernleistung aufzeigt. Das schreibst du für dich selbst, das ist ganz wichtig. Du schreibst dir jeweils alle Themen auf, die du dir gemerkt hast. Dazu, was du beim Lernen und im Unterricht gedacht hast. Was für Überlegungen du dir gemacht hast, um den Stoff zu verstehen und zu integrieren. Du kannst auch das Gelernte reflektieren. Dazu fragst du dich, was dich begeistert hat, was du noch zusätzlich lernen möchtest, wo noch Unsicherheiten bestehen, woran das liegen könnte und was du dafür tun kannst.

Dann habe ich mit dem Lernjournal noch ein zweites Nachschlagewerk neben meinen Notizen?

Betrachte es nicht als ein Nachschlage-, sondern als ein Vorschlage-Werk: Es treibt dich vorwärts, richte dich nach vorne, macht dich neugieriger, aufmerksamer. Probier’s aus, Heft auf uns los.

Jetzt möchte ich das mit den PDF-Unterlagen besser verstehen. Was brauche ich da alles zuhause? Sicher einen Drucker und Computer, Handy, Tablet, Stift … ganz schön viel. Was ist deine Empfehlung?

Am besten ist ein Computer oder Laptop für den Online-Unterricht zuhause. Der Vorteil des Laptops: Du kannst ihn für Notizen in den Unterricht vor Ort mitnehmen. Für Zuhause ist eventuell ein zweiter Bildschirm ganz praktisch: Auf dem ersten Bildschirm siehst du den Online-Unterricht und auf dem anderen deine Unterlagen. Das klappt auch mit Handy und Laptop bzw. Tablet. Es gibt auch Laptops, auf die du direkt mit einem Stift schreiben kannst. Und wie gesagt, einen Drucker brauchst du wirklich nicht, du kannst ja direkt in die PDFs schreiben, per Tastatur oder per Stift.

D.h. fürs Lernen gilt: Organisation.

Ja, richte dich ein, organisiere dich. Das ist wirklich wichtig. Und dann möchte ich noch etwas Entscheidendes sagen.

Ja, bitte!

Lerninhalte fliegen nicht einfach so in den Kopf. Sonst wären sie ja keine Lernhinhalte. Sie sind nicht sofort verständlich, entziehen sich oft auch dem schnellen Verständnis – genau das ist eben Ausbildung. Du wirst Fragen haben, auf Schwieriges stossen, Unklares, und du wirst dich darauf einlassen und daran wachsen. Persönlich und intellektuell. Deshalb ist es ja eine Ausbildung. Sonst könntest du alles ja schon und alle anderen auch.

Das hat was. Danke für das Gespräch, Nina.

Gern, Martin.

Die Lern-Tipps

Grundsätzlich

  • Richte dich ein, technisch und wohlfühlerisch
  • Ideal: Computer oder Laptop für den Online-Unterricht zuhause, dazu Tablet für die Unterlagen, am besten mit Stift für digitale Notizen
  • Nutze zum Lernen auch Online-Tools wie NotebookLM, das dir deinen Lernstoff auf unterschiedliche Arten aufbereiten kann, von Lernkarten bis zu Podcasts
  • Bereite dich auf den Unterricht vor: Schau dir die Lernziele an, vielleicht gehst du schon mal deiner Neugier in einer Websuche nach oder schaust schon in die Unterlagen
  • Bilde Lern- und Übe-Gruppen, das hilft auch gegen das Prokrastinieren
  • Organisation ist die Mutter aller Prüfungserfolge
  • Prüfe, ob dir ein Lernjournal nützlich ist
  • Probier das Lernen mit Kärtchen oder Online-Tools, versuche den Stoff anzuwenden, auch den Stoff jemandem zu erklären

Im Unterricht

  • Sei so präsent wie möglich
  • Mach dir Notizen; finde heraus, was dir besser liegt: von Hand auf Papier oder per Tastatur in den Computer bzw. Laptop oder per Stift ins Tablet
  • Mache in Gruppenarbeiten gut mit
  • Stelle Fragen: im und ggf. nach dem Unterricht oder dem Lernen, vielleicht hast du schon vor dem Unterricht Fragen, notier sie dir

Nach dem Theorie-Unterricht

  • Schau dir den Stoff durch
  • Verwandle ihn mit einem Lern-Tool ggf. in ein Quizz oder einen Podcast
  • Lerne, bilde dazu ggf. eine Lerngruppe

 

Nina Kocher vor der Kamera vor grauer Wand und blauem Textfeld mit dem Text 'Ich begrüsse euch ganz herzlich ...', Screenshot Heilpraktikerschule Luzern

Nina Kocher …

… ist dipl. Heilpraktikerin der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde TEN; ausserdem ist sie Fachmitarbeiterin TEN und Leiterin Agogik an der Heilpraktikerschule Luzern, wo sie auch unterrichtet. Ihre Praxis «Naturkraftschloss» führt sie in Lüsslingen SO. Sie mag Hunde, Pferde und Delphine, und liebt die Kraft der Jahreszeiten, der Natur und des menschlichen Hirns, das so viel lernen kann:
www.naturkraftschloss.ch

https://heilpraktikerschule.ch/newsroom/news-detail/news/2026/05/05/lernerfolg-so-wirst-du-eine-gute-studentin