«Nicht jeder Mensch verdaut gleich.»
Ebikon, 4. März 2026 – Die Schulmedizin lieferte Svenja Haderer wichtige Antworten, eine klare Diagnose und unterstützte sie in der Behandlung der Symptome. Dennoch blieben Beschwerden bestehen. Auf der Suche nach tieferliegenden Ursachen stiess sie auf Ayurveda.

Svenja Haderer steht kurz vor dem Abschluss zur Ganzheitlichen Ayurveda Ernährungs- und Gesundheitsberaterin. Ihr Wissen teilt sie bereits auf ihrem Instagram-Account «ayur_mood». Bild: Heilpraktikerschule Luzern.
Wie bist du ursprünglich zur Medizin gekommen?
Der menschliche Körper hat mich schon immer fasziniert. Ich wollte die Mechanismen schon immer tiefgründiger verstehen, und habe daher die Ausbildung als medizinische Praxisassistentin gemacht und später dann die Höhere Fachschule zur Radiologiefachfrau.
Arbeitest du weiterhin als Radiologiefachfrau?
Ja, ich arbeite 100% neben dem Studium als Radiologiefachfrau. Der Job macht mir viel Spass und ich schätze die Arbeit im medizinischen Umfeld sehr. Gleichzeitig wünsche ich mir, nebenbei, mir in Zukunft Schritt für Schritt etwas Eigenes aufzubauen, um mein ganzheitliches Wissen weiterzugeben und Menschen auf ihrem Weg zu begleiten.
Was fehlt dir konkret?
In der Schulmedizin habe ich viel über Anatomie und Physiologie gelernt und ein gutes Verständnis dafür entwickelt, wie der Körper funktioniert. Aber das Tiefgründige, die Verbindung zum Mentalen, das hat mir in der Schulmedizin gefehlt. Die Darm-Hirn-Achse zum Beispiel oder das Psychosomatische – dass das viel mehr Auswirkungen auf den Körper haben kann.
Hast du das selbst erlebt?
Ja. Das war damals 2018, als ich eine Diagnose von der Schulmedizin erhalten habe. Die hat mir symptomatisch sehr helfen können, aber nicht langfristig. Ich habe gemerkt, ich habe noch Probleme. Es ist nicht alles wie vorher, und ich muss das eigenständig angehen.
Wie bist du zur Naturheilkunde gekommen?
Ich hatte durch meine Mutter bereits Berührungspunkte damit. Sie ist Fussreflexzonen-Therapeutin und hat ihre eigene Gesundheitspraxis.
Wie gings dann weiter?
Ich habe angefangen zu recherchieren und so bin ich zum Ayurveda gekommen. Beim Lesen habe ich gemerkt, dass plötzlich vieles Sinn ergibt. Ich hatte wirklich viele Aha-Momente, besonders im Zusammenhang mit meiner Erkrankung. Dabei habe ich erkannt, dass meine Ernährung einen grösseren Einfluss auf meine Beschwerden hatte, als mir zuvor bewusst war. Als ich begonnen habe, diese Dinge im Alltag umzustellen, hat sich sehr viel verbessert. Angefangen hat es mit kleinen Veränderungen: am Morgen warmes Wasser trinken, gewisse Nahrungsmittelkombinationen vermeiden, andere Essenszeiten. Und generell eine feste Routine.
Wie bist du zur Ausbildung gekommen?
Als ich gemerkt habe, wie sehr es mir hilft, wollte ich mein Wissen vertiefen. Darum habe ich mich entschieden, die Ausbildung zur Ganzheitlichen Ayurveda Ernährungs- und Gesundheitsberaterin zu machen. Zwar ein paar Jahre später, aber ich bin immer wieder zum Ayurveda zurückgekommen. Darum habe ich mich entschieden: Hey, ich muss jetzt diese Ausbildung machen.
Und auf die HPS?
Ich habe gegoogelt, welche Ausbildung ich als ayurvedische Ernährungs- und Gesundheitsberaterin machen kann, und bin dadurch auf die HPS gestossen.
Was hat dich schlussendlich überzeugt?
Ich habe online an der Infoveranstaltung teilgenommen, und dort hat es mich gepackt. Und natürlich der modulare Aufbau. Ich konnte mir den Stundenplan sozusagen selbst erstellen. So konnte ich nebenbei 100% arbeiten und musste mir nur einzelne Montage freinehmen.
Was war dein Lieblingsmodul bisher?
Mein vorletztes Modul der Ausbildung: die Ayurveda-Ernährung als Therapie. Wie viel man mit Kräutern, Gewürzen und kleinen Alltagshelfern bewirken kann, zum Beispiel bei Blähungen, Durchfall oder Verstopfung.
Jetzt stehen also nur noch die Prüfungen bevor: Bist du nervös?
Ich fühle mich immer sicherer. Ich bin jetzt voll in der Lernphase, aber ich freue mich einfach darauf, die Prüfungen hinter mich zu bringen und das Zertifikat in der Hand zu haben.
Apropos Zertifikat: Was ist nachher deine Vision mit dem Zertifikat?
Mein Ziel ist es, vereinzelt Beratungen zu machen, themenspezifische Workshops zu organisieren und mein medizinisches Wissen mit dem Ayurvedischen zu verbinden und weiterzugeben – und die Leute zu motivieren.
Und was für Workshops stellst du dir konkret vor?
Zum Beispiel Darmgesundheit, hormoneller Zyklus, auch in Verbindung mit Yoga. Ich werde jetzt hierfür noch die 200-Stunden-Yoga-Ausbildung machen.
Du teilst dein Wissen ja bereits online. Was findet man auf deinem Instagram-Profil «ayur_mood»?
Ich teile alltagstaugliche Impulse rund um Ayurveda, Ernährung, Routinen, Yoga und ganzheitliche Gesundheit. Du findest dort einfache Tipps, saisonale Empfehlungen, Rezepte, kleine Rituale sowie persönliche Einblicke in meinen Weg. Mein Ziel ist es, komplexes Wissen verständlich, praxisnah und mit Leichtigkeit zu vermitteln – für mehr Balance, Energie und Wohlbefinden im Alltag.
Was möchtest du den Menschen über «ayur_mood» mitgeben?
Ich möchte Menschen ermutigen, wieder mehr auf ihren Körper zu hören, sich selbst besser zu verstehen und Verantwortung für ihr Wohlbefinden zu übernehmen. Ayurveda soll dabei kein starres Konzept sein, sondern eine liebevolle Einladung, den eigenen Lebensstil achtsamer, bewusster und gesünder zu gestalten. Schon kleine Veränderungen können viel bewirken – und genau diese Inspiration möchte ich weitergeben.
Deine Abschlussworte:
Ein Sprichwort ist mir immer geblieben. In der Schulmedizin sagt man: «Man ist, was man isst». Im Ayurveda sagt man: «Man ist, was man verdaut». Darüber denke ich oft lange nach. Für mich zeigt dieser Satz, wie tiefgründig Ayurveda ist. Denn nicht jeder Mensch verdaut gleich, und genau dort setzt Ayurveda an.

Svenja Haderer
studiert bei uns Ganzheitliche Ayurveda Ernährungs- und GesundheitsberaterIn REEA/HPS und steht kurz vor dem Abschluss.
Auf ihrem Instagram-Account teil sie ihr Wissen rund um Ayurveda: https://www.instagram.com/ayur_mood/

