Was ist neu am nun 3tägigen Kurs Himmelstämme & Erdenzweige (HS&EZ)?

Tobelbad (A) und Ebikon, 17. Februar 2026 — Und auch diese Frage: Inwieweit sind HS & EZ mit ihren Rückverbindungen in die Astrologie überhaupt vereinbar mit der TCM? Dr. med. und TCM-Arzt Robert Trnoska antwortet.

Portraitfoto von Dr. med. und TCM-Arzt Robert Trnoska. Foto: Heilpraktikerschule Luzern

Die Himmelsstämme und Erdenzweige für die TCM-Therapie nutzbar zu machen, dazu verhilft Dr. med. und TCM-Arzt Robert Trnoska. Foto: Heilpraktikerschule Luzern

Zuerst mal: Ist das eigentlich ein Astrologie-Kurs, wo es doch um Himmelstämme & Erdenzweige geht? Üblicherweise trifft man ja dort darauf!?

Der Kurs HS&EZ handelt nicht wirklich von Astrologie, aber es geht durchaus viel um Chronotherapie! Wo denn da der Unterschied liegt? Es wird kein Augenmerk gelegt auf einen individuellen Geburtszeitpunkt. Sehr breit jedoch werden Zeiteinflüsse aufgerollt, die auf uns Menschen einwirken. Die darf man genauso als Einflußfaktoren von außen betrachten, wie wir das z.B. von den 6 klimatologischen Faktoren kennen (Wind, Feuchte, Kälte usw.)

Diese Faktoren wirken ein über Wandlungsphasen, je nach Jahreszeiten, über Mondphasen, aber auch zu bestimmten Zeitpunkten des Chinesischen Kalenders. Deswegen beleuchten wir diesen, soweit es für die Chinesische Medizin bedeutsam ist – und das ist es viel mehr, als man gemeinhin glaubt!

Der Chinesische Kalender hat Auswirkungen auf Ernte, Zubereitung und Verschreibung von Kräutern. Darüber hinaus geht es insgesamt um günstige oder widrige Momente für Heilbehandlungen. Dies zu verstehen, gibt einen ein mächtiges Instrument in die Hand. Und dank moderner Hilfsmittel im Internet lässt sich der Chinesische Kalender im Alltag auch gut mitverfolgen.

Braucht man schon ein Grundwissen in den Himmelstämmen & Erdenzweigen, um mitmachen zu können?

Nein! Hier hat sich nichts verändert: Ich baue von der Basis weg Brücken aus der Welt der TCM in die der HS&EZ hinein. Mein Ansatz ist dabei stark auf die Anwendung der 5 Wandlungsphasen ausgerichtet. Das Augenmerk liegt immer auf einer Verfeinerung bekannter TCM-Techniken. Dies dank der Feinmechanik der HS&EZ: Wie erklären sich physiologische und pathologische Zusammenhänge von Organen und Leitbahnen? Welche Rolle spielen sie in der Gesichts– und Pulsdiagnostik?

Wer schon Vorkenntnisse über die HS&EZ mitbringt – z.B. aus dem Astrologiesystem Bazi – wird nützliche Andockpunkte finden für die Deutung von Charts im Lichte der TCM. Denn im Kurs geht es viel um Gesetzmäßigkeiten und Wechselwirkungen unter den HS bzw. EZ, die ansonsten nur mehr in astrologischen Anwendungen genutzt werden. Und das, wo doch so banale Zusammenhänge wie die anatomische Anordnung der Leitbahnen am Körper über diese Verknüpfungen nachvollziehbar sind!

Inwieweit sind HS & EZ mit ihren Rückverbindungen in die Astrologie überhaupt vereinbar mit der TCM?

Heutzutage werden diese Inhalte in den meisten Schulungen gar nicht angesprochen. Das hat mit dem Zeitgeist Chinas Mitte des letzten Jahrhunderts zu tun, als das Konstrukt der heutigen TCM geprägt wurde. Die Klassische Chinesische Medizin hatte nie Berührungsängste mit den Themen des Kurses.

Ich spreche u.a. die «5 (Lebens-) Künste wǔ shù» an, unter denen die Heilkunst auf Augenhöhe mit Divinatorischen Techniken und Gesichtsdiagnostik zu finden ist.

Genauso gut ist der «Innere Klassiker der Gelben Kaisers» – also unser anerkanntes Grundlagenwerk der TCM – reich bestückt mit Erwähnungen von Himmelstämmen, Erdenzweigen, Chronotherapie nach Jahreszeiten wie auch Chinesischem Kalender. Ja sogar Tagewählerei kommt in diesem Werk vor und wird demgemäß auch im Kurs besprochen. 

Neu in diesem Kurs sind die Nutzung des Mondes in der TCM inklusive Grundlagen des Chinesischen Mondkalenders. Das alles sind Kapitel des Gelben Kaisers – erklärt und visualisiert im Kurs.

Weiters bringe ich auch Auszüge aus dem Kräuterklassiker «Bencao GangMu», in dem chronotherapeutische Aspekte in Bezug auf Arzneien der TCM beschrieben sind.

Berühmte Rezepturenstile wie die «Schule der Mitte» erwähnen in ihrer «Abhandlung über Milz und Magen» die Projektion von HS&EZ auf den Körper. Sogar eine sehr spezielle Technik wie die relative Stärke der Wandlungsphasen in den 12 Monaten des Jahres wird dort genutzt für die Verknüpfung der Sinnesfunktionen zu den Organen. Über die zahlreichen Grafiken mache ich das Schritt für Schritt im Kurs erklärbar!

An welche TCM-TherapeutInnen richtet sich der Kurs?

Mein Anliegen ist es, für die ganze bunte Spielwiese der Chinesischen Medizin Anwendungen zu zeigen. Das beginnt bei der Diagnostik über Puls, Hand und Gesicht und geht weiter zu Leitbahn-Therapien mit z.B. Akupunktur, Moxa und zur Arzneien-Verschreibung – letzteres über Rezepturen als auch Diätetik. Darüber hinaus geht es um QiGong: Wie man sich im Lauf des Jahreskreises bewegen kann.

Welche Neuerungen gibt es noch im neu aufgelegten Seminar?

Ich habe viel Augenmerk darauf gelegt, die verschiedenen Rhythmen des Chinesischen Kalenders in Bezug auf die TCM besser verständlich zu machen. Wie immer natürlich mittels großzügiger Grafiken zum Veranschaulichen der einzelnen Themen.

Dabei sind viele neue therapeutisch relevante Aspekte der Kalenderkunde eingeflossen. Ich zeige z.B. die Anwendung der 10 Tages-Woche xún 旬 in der Chinesischen Medizin für Sonnwendkuren. Es gibt einige medizinisch interessante, besondere Zeitpunkte im 60er-Tagesrhythmus der HS&EZ sowie im Jahresverlauf. Vertieft wird die Sonderrolle des Erde-Elements innerhalb der Jahreszeiten.

Was ich im neuen Kursformat auch zeigen werde, sind die Parallelen des Chinesischen Kalenders zum Keltischen. Weiters verdeutliche ich die spannende Verbindung der Chinesischen und Abendländischen Tierkreiszeichen. Man muß also nicht bei null anfangen, wenn man Chinesische Zeitrhythmen verstehen will. Ich baue viele Brücken zu allgemein gültigen Gesetzmäßigkeiten über den ganzen Verlauf der Seidenstraße hinweg. Daneben finden sich viele weitere Ergänzungen der bestehenden Kapitel.

Portraitfoto von Dr. med. und TCM-Arzt Robert Trnoska. Foto: Heilpraktikerschule Luzern

Robert Trnoska

Dr. med. Robert Trnoska hat Medizin studiert und in Graz promoviert. Parallel dazu hat er sich in TCM ausgebildet und verschiedene Formen asiatischer Akupunktur studiert, unter anderem in China und Taiwan. Dabei hat er sich eindringlich mit dem Nei Jing, Himmelstämmen und Erdenzweigen sowie dem Yi Jing auseinandergesetzt. Durch Lektüre und Austausch mit Lehrern wie Dr. Wei-Chieh Young, Dr. Richard Tan, Robert Doane und Prof. Ross hat er sich in die Balance-Akupunktur eingearbeitet. Robert Trnoska hat seine Erkenntnisse als Weiterbildung für AkupunkteurInnen aufgearbeitet. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt von Robert Trnoska ist die Phyto West-TCM. Dabei bewegt ihn die Frage: Wie lassen sich die Wirkungen schulmedizinischer Medikamente steigern – und gleichzeitig ihre Nebenwirkungen ausbalancieren? Antworten liefert ihm auch hier die TCM, angewandt auf unsere europäischen Kräuter. Seine Praxis für Allgemeinmedizin führt er in Tobelbad bei Graz. Er unterrichtet regelmässig Weiterbildungen an der Heilpraktikerschule Luzern und an TCM-Kongressen in Graz und Rothenburg ob der Tauber sowie an der Donau-Universität Krems.
https://metatronos.at  

TCM – Himmelsstämme, Erdenzweige

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